Jünkerath

Lage

Jünkerath liegt in Rheinland-Pfalz im Norden der Vulkaneifel an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Jünkerath ist mit ca. 1.900 Einwohnern einer der Hauptorte im Bereich der Verbandsgemeinde Obere Kyll. Der Ort Jünkerath und der Ortsteil Glaadt liegen auf einer Höhe von 420 - 560 m (ü.N.N.) im Kylltal und ist verkehrsgünstig über die Bahnstrecke Köln-Trier (Eifelstrecke) sowie über die B421 bzw. B51/E29 über die A1/A60 zu erreichen.

Historisches

Jünkerath zählt zu den ältesten Orten der Eifel. Bereits um 500 v. Chr. gründeten hier Kelten die Siedlung Icorigion. Nach Eroberung der Eifel durch die Römer führten diese die Siedlung weiter (Icorigium). In römischer Zeit entstandt eine Station an der Römerstraße Trier-Köln, die bereits auf der Tabula Peutingeriana aus dem 4. Jahrhundert verzeichnet ist. Nach Germaneneinfällen und Zerstörung der Siedlung wurde um 330 n. Chr. die Siedlung durch ein Kastell mit zwei Toren und 13 Rundtürmen befestigt. Nach dem Verfall des Römischen Reiches um 400 n. Chr. wurde das Kastell aufgegeben. Danach besiedelten Franken die Eifel. Reste des Kastells sind heute noch in der Straße Römerwall in Jünkerath zu finden.

Im Jahre 1213 wurde ein Geschlecht der Herren von Jünkerath zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Nach dem Aussterben des Herrengeschlechtes gelangte die Herrschaft Jünkerath durch Erbteilungen und Verkauf in Besitz der Grafen von Schleiden, Blankenheim und Manderscheid. 1687 gründete Graf Salentin Ernst von Manderscheid-Blankenheim eine Eisenhütte in Jünkerath, aus der sich später die Jünkerather Gewerkschaft entwickelte. 1691 stiftete Graf Salentin Ernst von Manderscheid-Blankenheim die erste Mädchenschule im Kreis Daun.

Der Ortsteil Glaadt besaß früher eine größere Bedeutung. In römischer Zeit befand sich oberhalb der Glaadter Kirche eine ausgedehnte römische Villenanlage. Nach Abzug der Römer siedelten sich hier Franken an. Auch der einsilbige Ortsname Glaadt lässt auf eine frühe fränkische Siedlung schließen. Die erste urkundliche Erwähnung für Glaadt ist allerdings erst 1345 zu finden. Im Ortsteil Glaadt lag die Burg der Herren von Jünkerath. Die Burg wurde mehrfach erobert und wechselte den Besitzer. Später wurde die Burg zu einem Schloss umgebaut. Die Grafen von Manderscheid-Blankenheim hatten zeitwiese hier ihren Wohnsitz. Der letzte Umbau fand in den Jahren 1726-1735 statt. Bereits 1737 wurde das Schloss allerdings durch einen Brand zerstört und nicht wieder aufgebaut. 1804 wurde die Ruine durch die französische Regierung auf Abbruch versteigert.

Der Ortsteil Glaadt besitzt einen dörflichen Charakter und war von jeher landwirtschaftlich geprägt, während die Besiedlung von Jünkerath erst durch Gründung des Hüttenwerkes und den Bau der Eisenbahnstrecke mit dem Bahnhof in Jünkerath zurückzuführen ist. Anfang des 19. Jahrhunderts befand sich in Jünkerath nur das Hüttenwerk und das Wohnhhaus des Besitzers. Mit der fortschreitenden Industriealisierung des Werkes zur Jünkerather Maschinenfabrik und dem Ausbau zum Eisenbahnhaltepunkt mit Betriebswerk (1870) entstand eine erste Bebauung im Bereich des Bahnhofs und entlang der Provinzialstraße und die Einwohnerzahl in Jünkerath stieg rapide an. Heute noch wird Jünkerath durch die ehemaliegen Wohnhäuser für Bahnbedienstete mit der typischen Sandsteinfassade sowie den Werkswohnungen des Hüttenwerks geprägt. Durch den Bau der Bahnstrecke von der Ahr bis nach Belgien im Jahre 1912 wurde Jünkerath zum Bahnknotenpunkt. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden bereits Bestrebungen zur Gründung einer selbstständigen Gemeinde Jünkerath. Das Gebiet der heutigen Ortsgemeinde Jünkerath lag auf dem Terretorium der Ortsgemeinden Glaadt, Gönnersdorf und Feusdorf (Kreis Daun) sowie der Ortsgemeinde Schüller (Kreis Prüm). Erst im Jahre 1930 entstand die Gemeinde Jünkerath durch Auflösung der Gemeinde Glaadt und Gebietsabtretungen der Gemeinden Gönnersdorf, Feusdorf und Schüller.

Infrastruktur

Neben zahlreichen Einzelhandelsbetrieben befinden sich in Jünkerath noch die Eisengießerei, zahlreiche Handwerksbetriebe, sowie Arztpraxen und eine Apotheke. Jünkerath ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Obere Kyll. In Jünkerath befinden sich einige zentrale Einrichtungen der Verbandsgemeinde Obere Kyll, darunter die Graf-Salentin Schule als verbundene Grund- und Regionale Schule, das Haus der Jugend, ein Hallenbad und die zentrale Sportanlage der Verbandsgemeinde. In den 50er Jahren haben sich nahe Jünkerath Mönche des Salesianerordens niedergelassen. Der Orden engagiert sich in der regionalen Seelsorge und betreibt in einer idyllisch gelegenen Waldumgebung nahe Jünkerath eine Jugendbildungsstätte mit einem modernen Beherbergungsbetrieb und bietet ein vielfältiges Seminarangebot für Jugendgruppen und Schulen an.  In Jünkerath sowie in Glaadt bestehen katholische Pfarrkirchen. in Jünkerath befindet sich auch eine Evangelische Kirche.