Nach dem Krieg war ein völliger Neuaufbau der Feuerwehr notwendig. Teilweise waren Kameraden im Krieg gefallen, teilweise hatte die Ausrüstung in den letzten Jahren stark gelitten. Erschwert wurde das Vorhaben noch durch die Auflagen der Besatzungsmächte. Diese untersagten Gruppierungen über 10 Mann Stärke, aus Angst es könnten sich kriegerische Vereinigungen bilden. Trotz dessen konnte die Wehr am 28.08.1947 ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Der Tag war ein Fest der ganzen Gemeinde. Nachdem am Vormittag ein Gottesdienst für die Gefallenen der Wehr stattgefunden hatte, versammelten sich die Teilnehmer und Abordnungen sämtlicher Wehren des Amtsbezirks auf der Wiese vor dem Gerätehaus im Ortsteil Glaadt. Darauf zeigte die Jünkerather Feuerwehr eine Schulübung an den Geräten und eine Rettungsübung am Steigerturm.

Im Jahr 1950 wurde Wilhelm Altenweg als Brandmeister nach 30 Dienstjahren durch Josef Dreimüller abgelöst. Aufgrund seiner langen Tätigkeit als Brandmeister wurde Wilhelm Altenweg später noch zum Ehrenbrandmeister ernannt. Er trat im Jahre 1910 in die Freiwillige Feuerwehr Jünkerath ein und war schon vorher seit 1903 Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Broich bei Schleiden.

Das eine Feuerwehr nicht nur löschen kann, hat sich ab dem Jahr 1952 herausgestellt. In diesem Jahr wurde eine Feuerwehrkapelle mit dem Namen „Feuerwehrkapelle Jünkerath“ gegründet. Anfang der 20er Jahre bestand bereits eine Truppe junger Musiker, die unter dem Namen „Harmonie Glaadt“ auftrat. Man kann davon ausgehen, dass die Feuerwehrkapelle der Nachfolger dieser Kapelle war. Um den Geldbeutel der Musiker zu schonen, wurden die Instrumente aus der Feuerwehrkasse beschafft. Gründungsmitglieder der Feuerwehrkapelle waren:

Heinrich Bauer

(Posaune)

Ernst Altenweg

(1. Flügelhorn)

Rudi Bauer

(2. Flügelhorn)

Johann Hüppen

( Trompete)

Georg Schmitz

(Tenorhorn)

Josef Simonis

(Tenorhorn)

Matthias Simonis

(Tenorhorn)

Lambert Daniel

(Trommel)

Als Uniform trugen die Musiker die Feuerwehruniform. Die Proben wurden in den Anfangsjahren in der alten Schule in Glaadt in der Burgstraße abgehalten. Der Brandmeister war gleichzeitig auch der Vorsitzende der Kapelle. Nachdem sich später die Kapelle zu einer selbständigen Einheit formiert hatte, wählte sie ihren Vorsitzenden selbst. Im Jahre 1975 ließ sich die Feuerwehrkapelle Jünkerath ins Vereinsregister eintragen und heißt seitdem „Musikverein Jünkerath e.V.“ Wie aus den noch vorhanden Statuten der Kapelle hervorgeht, hatte der Brandmeister jeden öffentlichen Auftritt zu genehmigen. Die Kapelle spielte hauptsächlich natürlich zu Feuerwehrfesten auf, aber auch zu sonstigen Festen und Anlässen in der näheren Umgebung. Der Erlös der Auftritte durfte zu zwei Dritteln unter den Musikern aufgeteilt werden, der Rest floss in die Feuerwehrkasse.

Feuerwehrkapelle Ender der 60er Jahre

Feuerwehrkapelle Ende der 60er Jahre