Das erste Spritzenhaus der Wehr stand zwischen der Glaadter Kirche und dem heutigen Pfarrheim. Das Gebäude wird heute als Abstellraum genutzt. Die Alarmierung wurde damals durch ein Blashorn vorgenommen, d. h. wenn ein Feuer ausgebrochen war, musste erst einmal jemand zu Pferd durch das Dorf reiten um mittels Blashorn die Kameraden zu alarmieren. Dann mussten Pferde vor den Pumpenwagen gespannt werden, um diesen zum Brandort zu ziehen. In Kriegszeiten hatte die Feuerwehr es besonders schwer, da die meisten jungen Kameraden zur Front einberufen waren und somit das Personal knapp wurde. Im Einsatzfall mussten dann auch die älteren Männer mithelfen. Im Jahr 1920 wurde Wilhelm Altenweg zum Brandmeister ernannt. Im Jahre 1925 zählte die Feuerwehr 25 aktive Mitglieder.

Spritzenhaus mit Steigerturm, 1935Im Jahr 1930 kaufte die Gemeinde ein Wohnhaus an der heutigen Stelle der heutigen DRK - Rettungswache. Das Gebäude wurde zum Gerätehaus umgebaut. Hieran wurde ein Steigerturm aus Holz angebaut, der zum Schläuche trocknen und zu Übungswecken diente. Erst im Jahre 1930 entstand die heutige Gemeinde Jünkerath. Diese entstand aus den Flächen der Gemeinde Glaadt und durch Gebietsabtretungen der Gemeinden Schüller, Gönnersdorf und Feusdorf. 1932 erhielt die Feuerwehr auch ihre erste TS 6 Motorspritze. Die Spritze und die restliche Ausrüstung stand auf einem Anhänger und musste von Pferden oder einem Traktor gezogen werden. Zusätzlich existierte seit den dreißiger Jahren noch ein Wagen mit Schlauchmaterial. Zur Ausbildung der Führungskräfte wurden diese früher wie heute zur Landesfeuerwehrschule nach Koblenz entsandt.

 

 Dletzte Reihe in der Mitte: Brandmeister Wilhelm Altenweg, 1935en schwersten Stand hatte die Wehr während der letzten Kriegsjahre 1944 und 1945. Die meisten Wehrmänner waren Soldat und die Feuerwehr bestand überwiegend aus älteren Männern und aus 15- bis 16jährigen, der sogenannten Feuerwehr - HJ (Hitler-Jugend). Brandmeister war zu dieser Zeit Wilhelm Altenweg. Gerade in der Zeit ab Herbst 1944 kam die Wehr durch die ständigen Luftangriffe häufig zum Einsatz. Zeitweise musste die Feuerwehrspritze dem Bahnbetriebswerk zur Verfügung gestellt werden, da die Wasserzuleitung zur Versorgung der Dampfloks unterbrochen war. Mit Hilfe der Motorspritze wurden dann die Tender der Loks befüllt. Entstand plötzlich ein Brand, musste erst die Motorspritze zu Fuß im Bahnbetriebswerk abgeholt werden. Die gefährlichsten Einsätze hatte die Wehr an dem Tag vor Heiligabend 1944 und an Heiligabend selbst, als während des Einsatzes häufig Tiefflieger angriffen haben. Auch am 1. Weihnachtstag waren die Wehrmänner vom frühen Morgen bis abends spät im Einsatz. Immer wieder kam es zu Bränden durch Abwürfe von Phosphorbomben (Brandbomben). In dieser Zeit wurden insbesondere die Anlagen der Jünkerather Gewerkschaft sowie die Bahnanlagen zum Ziel der Luftangriffe. Jünkerath war damals Bahnknotenpunkt und wichtig für den Nachschub nach Belgien über die Losheimer Strecke. Dieser Umstand wurde etlichen Zivilhäusern zum Verhängnis und die Feuerwehr kam laufend zu Einsätzen. In der Koblenzer Straße wurden die Häuser Bausch (heute K. Simon), Karl Wawer, Jobelius und ein 8 – Familienhaus zerstört, in der Kölner Straße die Häuser Bauschen (Schuhhaus Pitt), die Kreissparkasse mit Nachbarhaus Grady sowie das Haus des Dr. Jansen, welches durch den Einschlag einer abgestürzten V1-Rakete getroffen wurde. Im Bereich des Feusdorfer Weges wurde das Haus Schmitz und die Villa Poensgen auf dem Werksgelände zerstört. Im Bahnhofsbereich wurde das Bürogebäude des Bahnbetriebswerkes, das 3-stöckige Stellwerk und das Haus des Friseurs Meyer zerstört. Im Glaadter Bereich fielen im Bereich Burgstraße/ Neue Kolonie die Häuser Kettel, Wallers und Hardt Brandbomben zum Opfer. 1945 wurde die Evangelische Kirche sowie die Modellschreinerei auf dem Werksgelände zerstört. Insgesamt wurden im Krieg in Jünkerath 12 Wohnhäuser zerstört, 25 schwer und 178 mittel oder leicht beschädigt. Die Anlagen der Bahn waren größtenteils unbrauchbar, die Jünkerather Gewerkschaft schwerst beschädigt. Nahezu alle Maschinen wurden von der Besatzungsmacht beschlagnahmt und demontiert. Vier Brückenbauwerke waren zerstört, die Hochbrücke konnte leider erst als letztes im Jahre 1955 wiedereröffnet werden.