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Erstellt: Mittwoch, 02. Januar 2013 10:40
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Bericht aus dem Trierischer Volksfreund vom 23.01.2015:

Wenn die Flut kommt, wird es teuer; Verbandsgemeinde Obere Kyll informiert Bürger über Hochwassergefahr

(Jünkerath) Ein Hochwasser der Kyll ist keine abstrakte Gefahr - jederzeit könnte der Fluss über seine Ufer treten. In einer Versammlung wurden Anrainer jetzt über ihr Risiko informiert und darum gebeten, sich mit dem Thema zeitig zu beschäftigen.

 
kyll juenkerath
Die Kyll in Jünkerath: Hier drohen die größten Schäden, falls sie über die Ufer tritt. Foto: Fritz-Peter Linden
 

Jünkerath. Meist strömt sie sanft durch ihr Flussbett, doch sollte die Kyll einmal wieder über ihre Ufer treten, kann es für Flussanrainer in der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll schnell brenzlig werden. Experten des Landesministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz gehen in einer Statistik zum Hochwasserrisiko davon aus, dass alleine in Hallschlag, Stadtkyll, Jünkerath, Gönnersdorf, Lissendorf und Birgel 1307 Einwohner gefährdet sind - der erwartete Schaden könnte laut Hochrechnung über sieben Millionen Euro liegen (siehe Extra).

Grenzübergreifende Initiative

Und die Gefahr ist nicht abstrakt: Statistisch gesehen kann selbst mit einem Extremhochwasser jederzeit gerechnet werden. Vor vier Jahren wurde Zweitausendelf genau deshalb die Hochwasserpartnerschaft Kyll gegründet. Darin haben sich die Gemeinden zwischen der Quelle im deutsch-belgischen Grenzland und der Moselmündung in Trier-Ehrang zu einer Interessengemeinschaft zusammengetan (der TV berichtete). VG-Bürgermeisterin Diane Schmitz lud jüngst die Anlieger der Kyll zu einer Versammlung ein, bei der unter anderem Vertreter der Feuerwehr und des Umweltministeriums vor 50 Gästen von der Arbeit der Initiative berichteten und erklärten, wie sich jeder Flussanlieger mit dem Thema auseinandersetzen sollte.  "Nachdem wir vor vier Jahren die Hochwasserpartnerschaft mit allen Anliegergemeinden der Kyll gründeten, gab es etwa sechs Arbeitstreffen", sagt Diane Schmitz. Direktes Ergebnis: die Aktualisierung beziehungsweise Neuzeichnung von Hochwasserkarten. Sie zeigen genau, welche Gebiete nur leicht gefährdet sind und welche stark von einer Flut getroffen werden könnten. Anhand dieser Karten habe die Verwaltung auch ihre Einladungen an die Bürger verschickt. "Sie sind im Internet für jeden abrufbar. Anwohner können sich so gut informieren. Das Umweltministerium stellt dazu auch Informationen über die verschiedenen Gefährdungsstufen bereit", sagt Diane Schmitz.
"Generell ist es sinnvoll, sich Gedanken darüber zu machen, was bei einem Hochwasser wäre", sagt Diane Schmitz. So empfehle die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Trier Anwohnern, Keller und Garagen nicht zu sehr vollzustellen. "Besonders nicht mit Elektrogeräten", betont Schmitz.

Feuerwehr für Ernstfall gerüstet

Empfohlen wird eine frühzeitige Beschäftigung mit den Karten, um einschätzen zu können, ob man an brisanten Uferabschnitten wohnt. "Auf Initiative der Landesregierung gibt es nun auch Versicherungsmöglichkeiten gegen sogenannte Elementarschäden", sagt die VG-Bürgermeisterin. Wohne man im Gefahrengebiet, sei darüber nachzudenken, ob man diese Absicherungsmöglichkeit nicht für sich nutzen sollte. Damit die Bürger im Ernstfall erst gar nicht vor einer Katastrophe stehen, sei die Feuerwehr aber auch gut auf eine Hochwassersituation vorbereitet, sagt Olaf Templin, stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Jünkerath. "Wir können mit unseren Geräten schnell helfen", versichert er. Allein 3000 Sandsäcke lägen im Jünkerather Gerätehaus für den Ernstfall bereit. Hinzu kämen 15 elektrische Tauchpumpen und 18 motorbetriebene Pumpen, mit denen man gegen Wassermassen ankämpfen könnte. Doch nicht nur auf rheinland-pfälzischer Seite hat man den Wasserstand der Anrainergemeinden im Blick. Im nordrhein-westfälischen Kronenburg liegt der eigentliche Knackpunkt im Schutzsystem. Andreas Mainz vom Zweckverband Kronenburger See informierte die Bürger über die Funktion des Sees als Regenrückhaltebecken. Der zur Verfügung stehende Stauraum wurde für ein Hochwasser ausgelegt, das statistisch alle 50 Jahre auftritt. Kommt es, wird der See bei Vollfüllung keine Pufferwirkung mehr haben und die Welle läuft ungebremst durch die Anlage. Zu einer solchen Situation ist es aber noch nie gekommen.


Die Hochwasserkarten des rheinland-pfälzischen Umweltministerium sind im Internet unter der Adresse www.hochwassermanagement.rlp.de frei abrufbar.

Extra

Im Falle eines schweren Hochwassers wären in der Verbandsgemeinde Obere Kyll die sechs am Fluss liegenden Gemeinden unterschiedlich stark betroffen. Während für Hallschlag die Hochrechnung keine Schaden erwartet, wären mit 336 gefährdeten Anwohnern schon 36 Prozent der Bürger Jünkeraths von einem Hochwasser betroffen. Die Experten gehen davon aus, dass dort ein Schaden von 3 025 000 Euro entstehen könnte. Auch Birgel würde hart getroffen. 111 Bürger (24 Prozent) leben dort im stark bedrohten Gebiet. Sie müssten mit einem Schaden von 82 000 Euro rechnen. 336 Einwohner (22 Prozent) wären in Stadtkyll bedroht. Der Schaden könnte bei 2 023 000 Euro liegen. In Lissendorf würde eine Flut möglicherweise einen Schaden von 1 092 000 Euro verursachen - 197 Bürger (18 Prozent) wären betroffen. In Gönnersdorf wiederum wäre laut Hochrechnung mit 71 Geschädigten zu rechnen (15 Prozent) - die Kosten werden auf 32 600 Euro geschätzt. aff/ Quelle: Bewertung des Hochwasserrisikos in Rheinland-Pfalz des Landesumweltministeriums

Extra

Auf etwa 660 Metern über dem Meeresspiegel entspringt die Kyll im Zitterwald bei Losheimergraben an der deutsch-belgischen Grenze. Die Kyll ist ein linker Nebenfluss der Mosel und mit einer Länge von 142 Kilometern der längste und zugleich wasserreichste Fluss der südlichen Eifel. Westlich vom nordrhein-westfälischen Kronenburg wird die Kyll im Kronenburger See aufgestaut. Die Kyll mündet bei Ehrang in die Mosel. aff

Mehr Informationen finden Sie auch hier:

Hochwasserpegel der Kyll in Jünkerath

Hochwasserfrühwarnung Rheinland-Pfalz

 

 

 
 

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115 Jahre Freiwillige Feuerwehr Jünkerath - Glaadt

Bericht des Trierischen Volksfreunds vom 08.05.2012

Kein Kirchturmdenken und Mut zum Ehrenamt

Jünkerath. Die Freiwillige Feuerwehr Jünkerath hat ihr Stiftungsfest zum 115-jährigen Bestehen verbunden mit dem 39. Verbandsgemeindefeuerwehrtag. Anlässlich der Kirmes im Jünkerather Ortsteil Glaadt fanden die Jubiläumsfeierlichkeiten im Rahmen des Kirchweihfests im Zelt unweit der DRK-Rettungswache statt.


Verbandsgemeinde-Wehrleiter Helmut Bauer dankte für den Idealismus der Wehrleute und ihre Einsatzbereitschaft bei Bränden, technischen Hilfeleistungen sowie Unglücks- und Schadensfällen. Jünkeraths Ortsbürgermeister Rainer Helfen lobte die Feuerwehrmänner und -frauen, die nicht nur in der Brandbekämpfung, sondern für alle Arbeiten, die im täglichen Leben im Kyllort anfallen, zur Stelle sind. Kreisfeuerwehrinspektor Klaus Finken sagte: "Die Feuerwehren sind nicht nur vorbildlich im Einsatz, sondern müssen auch technisch die Gerätschaften beherrschen, stets üben und ihr Wissen erweitern. Die Kameradschaft bleibt für sie ein hohes Gut. Trotzdem wird das Ehrenamt angeprangert und es gibt kaum Unterstützung." Weiter führte Finken aus, bei der Feuerwehr entfalle das Kirchturmdenken, zumal gute kommunale und interkommunale Feuerwehrarbeit geleistet werde. Gebietsübergreifend sei die Zusammenarbeit mit den Kreisen und Gemeinden aus Nordrhein-Westfalen für die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier ein Modellprojekt. "Auch deshalb haben wir Mut zum Ehrenamt", so Finken.


Verbandsgemeindebürgermeisterin der Oberen Kyll, Diane Schmitz, schätzt den hohen Stellenwert der Wehren in den Dörfern: "sie sind lebendige Vereine, die über die Brandbekämpfung und Hilfen bei Unfällen hinaus vielfältige Aufgaben zum Wohl der Allgemeinheit übernehmen", so Schmitz.
Im vergangenen Jahr wurden die Löschgruppen zu 25 Brand- und 48 Hilfeeinsätzen angefordert. 30 Einsätze erfolgten zur Verstärkung der örtlich zuständigen Feuerwehren. Die 16 Wehren der Verbandsgemeinde Obere Kyll zählen mehr als 300 aktive Mitglieder.


Die Mitgliederzahl der Jugendfeuerwehren ist auf 59 Jugendliche angewachsen. Bemerkenswert ist der weibliche Anteil von etwa einem Drittel.
In der Graf-Salentin-Schule werden derzeit zwölf Kinder an das Thema "Retten, löschen, bergen" herangeführt. Im Blick auf diese Ausbildungsleistung schickte Diane Schmitz großes Lob an die Betreuerin der Bambini-Feuerwehr, Beatrice Wiesen.

Abschließend richtete Bürgermeisterin Schmitz einen Appell an alle Verantwortlichen: "Sicherlich ist Ihnen nicht entgangen, dass die Fusionsverhandlungen mit Hillesheim bedauerlicherweise gescheitert sind. Auch wenn die Fusion zumindest im ersten Schritt nicht gelingen wird, appelliere ich an alle, weiterhin mit den Feuerwehren der Nachbarverbandsgemeinden zu kooperieren. Gemeinsam sind wir stark".

Ehrungen 2012

Freuen sich mit den Geehrten über deren Feuerwehrehrenzeichen in Silber und Gold (von links): Verbandsgemeinde-Wehrleiter Helmut Bauer, Bürgermeisterin Diane Schmitz und stellv. Kreisfeuerwehrinspektor Klaus Finken (rechts).

TV-FOTO: JOSEF SCHMITZ 

Das Silberne Feuerwehrehrenzeichen für 25-jährige aktive Tätigkeit bei der Feuerwehr ging an Ernst Blameuser, Freiwilige Feuerwehr (FF) Steffeln, Frank Brehme (FF Stadtkyll), Martin Friedrichs (FF Ormont), Helmut Meyer (FF Schönfeld), Uwe Thiel (FF Jünkerath) und Udo Weber (FF Lissendorf). Das Goldene Ehrenzeichen für 35 Jahre ging an Herbert Bauer (FF Jünkerath), Heinz Harings (FF Ormont), Edmund Lamberty und Heinrich Mayer (beide FF Esch), Heinz-Josef Michels (FF Hallschlag), Manfred Niebes (FF Schönfeld), Joachim Mies und Rudolf Wirtz (beide FF Auel). Neuverpflichtung von ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen: Jonas Appelhans und Tobias Gerhards (beide FF Lissendorf), Matthias Harings (FF Kerschenbach), Christian Juchems (FF Stadtkyll), Ingo Klinkhammer (FF Birgel) und Ansgar Muthers (FF Hallschlag). jtz

 
 

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