115 Jahre Freiwillige Feuerwehr Jünkerath - Glaadt

Bericht des Trierischen Volksfreunds vom 08.05.2012

Kein Kirchturmdenken und Mut zum Ehrenamt

Jünkerath. Die Freiwillige Feuerwehr Jünkerath hat ihr Stiftungsfest zum 115-jährigen Bestehen verbunden mit dem 39. Verbandsgemeindefeuerwehrtag. Anlässlich der Kirmes im Jünkerather Ortsteil Glaadt fanden die Jubiläumsfeierlichkeiten im Rahmen des Kirchweihfests im Zelt unweit der DRK-Rettungswache statt.


Verbandsgemeinde-Wehrleiter Helmut Bauer dankte für den Idealismus der Wehrleute und ihre Einsatzbereitschaft bei Bränden, technischen Hilfeleistungen sowie Unglücks- und Schadensfällen. Jünkeraths Ortsbürgermeister Rainer Helfen lobte die Feuerwehrmänner und -frauen, die nicht nur in der Brandbekämpfung, sondern für alle Arbeiten, die im täglichen Leben im Kyllort anfallen, zur Stelle sind. Kreisfeuerwehrinspektor Klaus Finken sagte: "Die Feuerwehren sind nicht nur vorbildlich im Einsatz, sondern müssen auch technisch die Gerätschaften beherrschen, stets üben und ihr Wissen erweitern. Die Kameradschaft bleibt für sie ein hohes Gut. Trotzdem wird das Ehrenamt angeprangert und es gibt kaum Unterstützung." Weiter führte Finken aus, bei der Feuerwehr entfalle das Kirchturmdenken, zumal gute kommunale und interkommunale Feuerwehrarbeit geleistet werde. Gebietsübergreifend sei die Zusammenarbeit mit den Kreisen und Gemeinden aus Nordrhein-Westfalen für die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier ein Modellprojekt. "Auch deshalb haben wir Mut zum Ehrenamt", so Finken.


Verbandsgemeindebürgermeisterin der Oberen Kyll, Diane Schmitz, schätzt den hohen Stellenwert der Wehren in den Dörfern: "sie sind lebendige Vereine, die über die Brandbekämpfung und Hilfen bei Unfällen hinaus vielfältige Aufgaben zum Wohl der Allgemeinheit übernehmen", so Schmitz.
Im vergangenen Jahr wurden die Löschgruppen zu 25 Brand- und 48 Hilfeeinsätzen angefordert. 30 Einsätze erfolgten zur Verstärkung der örtlich zuständigen Feuerwehren. Die 16 Wehren der Verbandsgemeinde Obere Kyll zählen mehr als 300 aktive Mitglieder.


Die Mitgliederzahl der Jugendfeuerwehren ist auf 59 Jugendliche angewachsen. Bemerkenswert ist der weibliche Anteil von etwa einem Drittel.
In der Graf-Salentin-Schule werden derzeit zwölf Kinder an das Thema "Retten, löschen, bergen" herangeführt. Im Blick auf diese Ausbildungsleistung schickte Diane Schmitz großes Lob an die Betreuerin der Bambini-Feuerwehr, Beatrice Wiesen.

Abschließend richtete Bürgermeisterin Schmitz einen Appell an alle Verantwortlichen: "Sicherlich ist Ihnen nicht entgangen, dass die Fusionsverhandlungen mit Hillesheim bedauerlicherweise gescheitert sind. Auch wenn die Fusion zumindest im ersten Schritt nicht gelingen wird, appelliere ich an alle, weiterhin mit den Feuerwehren der Nachbarverbandsgemeinden zu kooperieren. Gemeinsam sind wir stark".

Ehrungen 2012

Freuen sich mit den Geehrten über deren Feuerwehrehrenzeichen in Silber und Gold (von links): Verbandsgemeinde-Wehrleiter Helmut Bauer, Bürgermeisterin Diane Schmitz und stellv. Kreisfeuerwehrinspektor Klaus Finken (rechts).

TV-FOTO: JOSEF SCHMITZ 

Das Silberne Feuerwehrehrenzeichen für 25-jährige aktive Tätigkeit bei der Feuerwehr ging an Ernst Blameuser, Freiwilige Feuerwehr (FF) Steffeln, Frank Brehme (FF Stadtkyll), Martin Friedrichs (FF Ormont), Helmut Meyer (FF Schönfeld), Uwe Thiel (FF Jünkerath) und Udo Weber (FF Lissendorf). Das Goldene Ehrenzeichen für 35 Jahre ging an Herbert Bauer (FF Jünkerath), Heinz Harings (FF Ormont), Edmund Lamberty und Heinrich Mayer (beide FF Esch), Heinz-Josef Michels (FF Hallschlag), Manfred Niebes (FF Schönfeld), Joachim Mies und Rudolf Wirtz (beide FF Auel). Neuverpflichtung von ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen: Jonas Appelhans und Tobias Gerhards (beide FF Lissendorf), Matthias Harings (FF Kerschenbach), Christian Juchems (FF Stadtkyll), Ingo Klinkhammer (FF Birgel) und Ansgar Muthers (FF Hallschlag). jtz