Bericht von www.input-aktuell.de vom 23.05.2016

Freiwillige Feuerwehr Jünkerath mit praxisnahen Übungseinsätzen auf Personalsuche

Jünkerath (red/boß) Am Samstag fand in Jünkerath eine Feuerwehrübung statt. Es ging in erster Linie darum, Nachwuchs zu finden. Eingeladen und angekündigt hatte Wehrführer Dirk Merkes mit seinen Kameraden

die Veranstaltung durch die Verteilung von immerhin 1000 Flyern. Zusätzlich wurden frühzeitig Plakate aufgehängt und im Mitteilungsblatt veröffentlicht. Dem Ruf der Feuerwehr folgten dann auch ca. 15 Interessente, die die Arbeit der Feuerwehr hautnah miterleben konnten. Nicht wenig bot die Feuerwehr Jünkerath auf. Man simulierte einen Verkehrsunfall mit Verletzten und eingeklemmten Personen und die Beteiligung eines Gefahrguttransportes. Horst Schneider, Gruppenführer bei der Feuerwehr Jünkerath, erläuterte den Einsatz über Lautsprecher. Begeistert folgten die Zuschauer dem Geschehen und konnten den Einsatz von Schere und Spreizer beobachten, mit dem das Dach eines PKWs zur Verletztenrettung abgetrennt wurde. Die schwierige Bergung brachte doch so einige in Erstaunen über die Leistungen der Feuerwehr. Beim Gefahrgutszenario wurde die Niederschlagung von Dämpfen mit einem Lüfter und der Einsatz unter leichten Chemikalienschutzanzügen und Pressluftatmern demonstriert. Im Anschluss an die Übung konnten die Besucher sich den Ort aus der Drehleiter von oben betrachten und Alexander Schmitz demonstrierte die Auslösung eines Fahrerairbags. Die Besucher erkundigten sich über Gefahrstoffeinsätze, Ausbildung bei der Feuerwehr, Übungsbetrieb bis hin zur Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr. Die Führungskräfte erläuterten die Fragen geduldig und ausführlich. Beim Abschluss der Veranstaltung waren bereits zwei neue Feuerwehrmänner gewonnen. Der krönende Abschluss war dann ein gemeinschaftliches Grillen. Aber die Bemühungen zur Gewinnung von Feuerwehrkameraden sind in Jünkerath noch viel weitreichender! Am Berufsinformationstag an der Realschule+ in Jünkerath war die Feuerwehr vertreten und informierte die 8. – 10. Klasse über den Beruf des Feuerwehrmanns/Frau bei der Berufsfeuerwehr und bei der Freiwilligen-Truppe. Die Kameraden aus Jünkerath kümmern sich bereits sehr früh um entsprechenden Nachwuchs. So ist an der Grundschule eine Bambinifeuerwehr integriert, die von der Jünkerather Wehr unterstützt wird. Zudem hat Jünkerath noch eine funktionierende Jugendfeuerwehr, die zahlreiche Aktivitäten anbietet.

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Hintergrund: Dass den Feuerwehren Personal fehlt, ist allen seit langem bekannt. Dadurch wird die Sicherheit der Bevölkerung immer mehr gefährdet. Die Einsatzzeiten werden länger, wodurch Verletzte in Fahrzeugen länger auf Hilfe warten müssen. Bei Bränden erhöht sich die Erstickungsgefahr mit jeder Minute Verzögerung der kompetenten Hilfe erheblich. Dass Feuerwehren aufgelöst werden oder aus Personalmangel nicht mehr richtig einsatzfähig sind, könnte bald mit verlorenen Leben bezahlt werden. Nicht nur Jünkerath ist auf der Suche nach Personal. Auch alle anderen Wehren suchen mit den ausgefallensten Ideen Leute. Hierzu zählen das Verteilen von Flyern, Aufrufe im Amtsblatt, Plakate oder die Verteilung von Löscheimern - wie zuletzt in Kerpen und vor Jahren bereits in Lissendorf. Auf diese Aktionen hin, konnten zwar einige neue Mitglieder gewonnen werden, aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Feuerwehren sind eine gesetzlich vorgeschriebene Einrichtung, die von den Gemeinden unterhalten und betrieben werden muss. Das ist aber nur möglich, wenn sich genügend Freiwillige zum Dienst bei der Feuerwehr bekennen und bereit sind, sich für das Allgemeinwohl und die allgemeine Sicherheit einzusetzen. Jeder Feuerwehrmann/frau kennt das Gefühl von Zufriedenheit, wenn er/sie bei einem Einsatz anderen Menschen in Not geholfen hat. Das ist ein Stück Lebensgefühl und Zufriedenheit. Alle Männer und Frauen, die bereit sind anderen in einer Notlage zu helfen, sollten bitte Kontakt mit Ihrer Ortsfeuerwehr aufnehmen und sich informieren.

Klaus Finken

 

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